Zuhören, gewusst wie!

Haben Sie auch schon öfter die Erfahrung gemacht, dass man mit manchen Menschen „gut reden“ kann, es bei anderen aber nicht so gut klappt? Ich habe Gesprächspartner erlebt, die weder zuhören wollen noch die Meinung des Gegenübers akzeptieren.

Was gehört zu einem guten Gespräch?

Laut der Marktforschung antworten ca. 80% der Menschen auf die Frage, was für sie zu einem guten Gespräch gehört mit “zuhören”.

Wer anderen Menschen zuhört, ohne sie zu unterbrechen, gibt den Sprechenden das Gefühl, respektiert und wertgeschätzt zu werden.
Nicht alle Menschen sind gute Zuhörer. Manche haben Probleme auf der zwischenmenschlichen Ebene. Es fällt ihnen schwer, sich auf ihren Gesprächspartner einzulassen.

Anderen wiederum fehlt das Verständnis für den Gesprächspartner. Sie wollen möglichst rasch ihre Argumente und Meinung zum Ausdruck bringen. Im schlechtesten Fall kommt es zu Missverständnissen oder man redet aneinander vorbei.

Der Idealfall ist der aktive Zuhörer, der seine ganze Aufmerksamkeit seinem Gesprächspartner schenkt und sich auf ihn einstellt.

Zuhören bedeutet – NICHT SPRECHEN!

Der Zuhörer ist ein schweigender Schmeichler.
(Immanuel Kant)

Hören ist nicht gleich hören! Zuhören ist eine anspruchsvolle Tätigkeit.

Aktives Zuhören ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Gespräch. Gute Zuhörer sind immer auch gute Fragensteller. Sie wiederholen mit eigenen Worten, was sie verstanden haben und stellen Fragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Sie halten den Blickkontakt, beobachten die Körpersprache ihres Gesprächspartners und gehen darauf ein. Dadurch wirken sie konzentriert und genießen Vertrauen.

Gute Zuhörer unterbrechen nicht und sind in der Lage, die Stille auszuhalten, wenn der andere vielleicht einen kurzen Moment nachdenkt oder noch um Worte ringt.
Sie überlegen, was ihnen gesagt wird, sortieren die Gedanken zum Gehörten und versuchen eine Vorstellung  darüber zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihr Gegenüber verstehen und nicht nur hören steigt!

Natürlich hat es auch viel mit der Wertschätzung für sein Gegenüber zu tun, wie man sich bei einem Gespräch verhält.

Was hilft uns also, gute Gespräche zu führen?

Halten wir uns vor Augen, was wir uns von unserem Gegenüber wünschen, wenn wir sprechen. Ein gutes Gespräch besteht – wie so vieles im Leben – aus Geben und Nehmen.

Was können wir also zu einem guten Gespräch in der Rolle als Zuhörer beitragen?
Wir widmen unserem Gesprächspartner unsere gesamte Aufmerksamkeit, nehmen uns Zeit und hören entspannt zu.

Wir sollten nicht darüber nachdenken, was wir antworten – sondern einfach zuhören und dann wiedergeben, was der andere gesagt hat oder wir stellen klärende Fragen.

Gute Zuhörer führen das Gespräch, selbst wenn sie nichts sagen. Sie halten Blickkontakt und unterbrechen den Sprechenden nicht.
Sie geben ihren Rat nur weiter, wenn sie gefragt werden und stoßen dadurch andere nicht vor den Kopf.

Wenn Du sprichst, wiederholst Du nur, was Du ohnedies schon weißt;
wenn Du aber zuhörst, kannst Du unter Umständen etwas Neues lernen.
(Dalai Lama)

Haben Sie sich wiedererkannt? Wie sieht es bei Ihnen aus: Sind Sie ein guter Zuhörer?
Wir würden uns freuen, wenn Sie Ihre Gedanken zum Thema mit unseren LeserInnen und uns teilen und einen Kommentar im Anschluss hinterlassen.

Ich wünsche Ihnen viele gute Gespräche – seien Sie gespannt, was Sie beim aktiven Zuhören alles Erfahren werden!

Alles Liebe,
Eure Maria vom Oma Toppelreiter Team

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Eine Antwort zu Zuhören, gewusst wie!

  1. R. L. 3. Juni 2017 um 9:28 #

    Ich hatte während eines intensiven Wochenend-Seminars von der Letierin einen Maulkorb bekommen.
    Ich durfte nur während des Seminars Fragen stellen onder antworten.
    Ansonsten hatte ich zu schweigen.
    Erst dachte ich, die spinnt Warum soll ich in der freien Zeit schweigen?
    Es ist doch soviel, was mich durch das Seminar bewegt und ich muss darüber reden.
    Hatte wohl zuviel geredet mit den anderen Teilnehmern.
    Anfangs wollte ich immer bei Gesprächen innerlich meinen Kommentar.dazu geben, aber das Schweigegelübde.
    Das war war anfangs sehr anstrengendend für mich, den Mund zu halten..
    Warum? Innerlich war ich während der Gespräche immer mit Antworten beschäftigt und hörte deshalb auch nicht genau zu.
    Dann hatte ich mich langsam daran gewöhnt, nichts zu sagen, nur zuhören.
    Plötzlich änderte sich für mich alles, ich hörte wirklich zu.Teilweise war es erschreckend für mich. Rede ich ich auch solch ein Nonsens?
    Am Ende des Seminars durfte ich wieder reden, aber ich wollte nicht mehr.
    Warum? Es war so herrlich, nur zuzuhören, ohne das innerlich gleich Antworten im Hirn sprudelten und es war eine innere Ruhe da,herrlich.
    Seitdem bin ich ein besserer Zuhörer geworden, ohne immer sofort antworten zu wollen.

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